Brüssel will Trickserei bei Flugticketpreisen stoppen 19. Juli 2006
Posted by admin in : Allgemein, Flug & Linien, Billigflieger , TrackbackMit dem Vorgehen will man den Kunden die Vergleiche unterschiedlicher Angebote erleichtern. Das heißt, das der Preis eines Flugtickets künftig alle Steuern, Gebühren und sonstige Nebenkosten umfasst. Somit wird es für die Fluggesellschaften in Zukunft schwieriger überhaupt mit Lockangebote zu werben. Die EU-Kommission hat neue Regeln für mehr Preistransparenz vorgeschlagen. Danach werden die Fluggesellschaften verpflichtet, in ihrer Werbung die vollen Endpreise einschließlich aller Steuern, Gebühren und Zuschläge zu nennen. “Die Bürger müssen Flugpreise leicht vergleichen können”, verlangte Verkehrskommissar Jacques Barrot. Zudem sollen Preisunterschiede, die sich lediglich durch den Wohnsitz des Fluggastes ergeben, verboten werden.
Vor allem Billigflieger werben oftmals mit einem äußerst günstigen Nettopreis, hinzu kommen danach aber zahlreiche Aufschläge - beispielsweise der Kerosinzuschlag auf Grund der hohen Ölpreise -, die den Ticketendpreis um ein Vielfaches verteuern. Verboten werden soll auch die Praxis mancher Fluggesellschaften, Passagieren je nach Wohnsitz in der EU unterschiedliche Preise für den gleichen Flug zu berechnen. Nach Darstellung von Branchenbeobachtern in London zielt der Vorschlag vor allem auf Ryanair und Easyjet, die Nummer eins und Nummer zwei auf dem europäischen Billigfliegermarkt. Ryanair sorgte auf dem britischen Markt beispielsweise mit Angeboten von 99 Pence für Schlagzeilen.
Allerdings müssen das Europäische Parlament und die EU-Staaten im Ministerrat dem Kommissionsvorschlag noch zustimmen, damit die Verordnung in Kraft treten kann. Die neuen Vorschläge für die übersichtliche Preisgestaltung gehen über bereits beschlossene Regeln zur Preistransparenz hinaus. Bereits im Dezember kommenden Jahres tritt eine EU-Richtlinie in Kraft, wonach auch Steuern in jedem Fall in Preisen eingeschlossen sein müssen. Der Verkehrskommissar Jacques Barrot schlug nun vor, auch alle anderen Gebühren einzurechnen.
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